20191103_110223kl.jpg

Der Wilde Osten vor 1000 Jahren

Der Begleitfilm zur Ausstellung ist 12:37 Minuten lang und auch im Stadtmuseum zu sehen.

Um das Jahr 1050 wurde das Weinviertel von Bayern aus besiedelt. Ganze Karawanen von Landsuchenden drängten damals in den Osten. Das erinnert stark an jene Bilder, die wir aus den amerikanischen Wild-West-Filmen kennen.

 

Schon wenige Jahrzehnte später überzogen die neugegründeten Dörfer samt mächtigen Burganlagen das fruchtbare Land wie ein enges Geflecht. Aus unterschiedlichen Gründen wurden etwa zwei Drittel dieser mittelalterlichen Orte in den folgenden Jahrhunderten wieder verlassen. Die Entdeckung von insgesamt elf „versunkenen“ Dörfern rund um Enzersdorf im Thale sorgte etwa erst vor zwei Jahren bundesweit medial für Aufmerksamkeit.

Die Ausstellung begibt sich nun auf die Spurensuche nach mittelalterlichen Wüstungen im Raum Hollabrunn. Sie macht einige dieser Orte mithilfe von Luft-Laserscans, zwei- und dreidimensionalen Rekonstruktionen und eines eigens produzierten Kurzfilms wieder sichtbar. Ein Begleitbuch geht noch weiter in die Tiefe. Es beschreibt die Hintergründe der Siedlungsgeschichte und widmet sich der Entstehung unserer modernen Dörfer.

DSC00721.JPG

Neu in der Ausstellung im Jahr 2021: Kürzlich wurde nach derselben Methode die Gründungsgeschichte von Hollabrunn aufgearbeitet. Die Stadt ist aus zwei hochmittelalterlichen Straßendörfern am Ostrand der Göllersbachniederung hervorgegangen. Das alte Hollabrunn lag in der Wienstraße (Zeile), das benachbarte Willolfsdorf in der Znaimerstraße (Bei der Stanbruck).

 

Beide wurden erst hundert Jahre nach ihrer Gründung erstmals in einer Schenkungsurkunde von 1135 schriftlich als holerbrunnen (et) willolvisdorf erwähnt. Erst mit der Anlage der großen Marktplätze, heute Haupt- und Lothringerplatz, sind die frühen Bauerndörfer zu einem wichtigen Marktflecken zusammengewachsen.

Abb 14 Hollabrunn u Willolfsdorf kl.jpg

Rekonstruktion der beiden Ursprungsdörfer Hollabrunns auf einer alten Karte: Holerbrunnen (1.0) und Willolvisdorf (2.6) mit den zugehörigen Holzburgen am Kirchenplatz (D) und Gerichtsberg (E).

Den Grundstein für die Ausstellung legte die Entdeckung "versunkener" Dörfer im Ernstbrunner Wald bei Enzersdorf im Thale. Unter anderem berichtete darüber Radio NÖ im Jänner 2017.

Gerhard Hasenhündl vom Stadtmuseum Hollabrunn war im April 2019 bei Radio NÖ-Moderator Robert Deutenhauser als Studiogast geladen und hat ein wenig über die "Ausstellung Der Wilde Osten" erzählt.

Der Begleitband zur Ausstellung
Buch Titelbild
Buch Titelbild

Inhaltsverzeichnis Teil 1
Inhaltsverzeichnis Teil 1

Inhaltsverzeichnis Teil 2
Inhaltsverzeichnis Teil 2

Buch Titelbild
Buch Titelbild

1/3

Das Buch zur Ausstellung "Der Wilde Osten vor 1000 Jahren" ist im Verlag Berger erschienen (ISBN 978-3-85028-849-1) und ist auch für Laien gut verständlich aufbereitet. Auf über 210 Seiten werden von Gerhard Hasenhündl die Hintergründe zur Besiedelung des westlichen Weinviertels spannend und reich bebildert aufbereitet.

 

Kurt Bors analysiert zudem in einem Beitrag 39 Wüstungen im Raum Hollabrunn. Auch gibt er Einblicke in die Siedlungsentwicklung 14 bestehender Orte:

 

Altenmarkt im Thale

Aschendorf-Hart

Aspersdorf

Eggendorf im Thale

Enzersdorf im Thale

Haslach

Hetzmannsdorf

Kleinkadolz

Kleinsierndorf

Kleinstetteldorf

Maria Roggendorf

Weyerburg

Wieselsfeld

Wullersdorf

Das Buch ist im Museumsshop erhältlich sowie über die Museumswebsite online zu bestellen.

Wir danken unseren Sponsoren
image.jpg